Retina Implant Foundation

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Meetings und Kongresse:

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Meeting (Englisch) 2006

Kongress (Deutsch) 2006

Pressemitteilung:

Licht am Ende des Tunnels.

Wissenschaftler aus vier Kontinenten diskutieren gemeinsam mit Patienten über künstliche Netzhaut.

Erstmals in Deutschland fand am Samstag eine Expertenkonferenz mit Beteiligung von führenden Wissenschaftlern aus den USA, Japan, Australien, Deutschland, Belgien, Spanien und der Schweiz zum Thema „künstliches Sehen“ statt. Organisiert wurde die Tagung von der Stiftung Retina Implant und der Patientenorganisation Pro Retina. Die Experten diskutierten im Bonner Wissenschaftszentrum unter Leitung von Professor Peter Walter, Augenklinik der RWTH Aachen und Professor Frank Holz, Augenklinik der Universität Bonn, gemeinsam mit betroffenen Patienten den gegenwärtigen Stand der Entwicklung implantierbarer Sehprothesen für Menschen mit Erblindungen.

Bisher lassen sich bestimmte Formen von Erblindungen wie die Retinitis pigmentosa oder fortgeschrittene Formen der Makuladegeneration nicht behandeln. Die Patienten erblinden langsam. Eine mögliche Therapie besteht im Ersatz der ausgefallenen Netzhaut durch elektronische Implantate, die an der Netzhaut, am Sehnerven oder im Sehzentrum des Gehirns noch intakte Nervenzellen elektrisch so reizen, dass eine Sehwahrnehmung ausgelöst werden kann. In Deutschland entwickeln verschiedene Gruppen bereits seit 1995 mit Unterstützung des Bundesforschungsministeriums eine derartige Netzhautprothese, wobei bereits erste Erfahrungen bei Patienten gesammelt werden konnten. Diese Untersuchungen zeigen, dass mit solchen Systemen tatsächlich Seheindrücke bei Erblindeten wiederhergestellt werden können. In den USA laufen derartige Projekte schon seit Beginn der 90er Jahre. Die bisher erzielten Ergebnisse der in den USA führenden Gruppe um Robert Greenberg in Los Angeles sind mit den deutschen Ergebnissen vergleichbar. Es gibt sogar Hinweise darauf, dass durch die Leistungsfähigkeit des Gehirns möglicherweise bereits mit den ersten Prototypen eine im Alltag nützliche Sehschärfe erreicht werden kann. Die Gruppen in Japan und in Australien arbeiten an ähnlichen Ansätzen, die auch bald an ersten Patienten getestet werden. In Belgien wird an einer Sehprothese gearbeitet, die den Sehnerven direkt stimulieren soll. Zwei Patienten wurden operiert und berichteten über Sehwahrnehmungen. Unter Leitung von Eduardo Fernandez in Alicante, Spanien wurde in einem großen, von der EU geförderten Projekt die Machbarkeit einer Prothese gezeigt, die direkt in das Sehzentrum im Gehirn implantiert wird. Für beide Ansätze sind aber noch weitere Grundlagenarbeiten zu leisten.

In Zukunft werden möglicherweise Kombinationen direkter elektrischer Reizung von Nervenzellen mit Ansätzen zur Zellregeneration weitere Perspektiven liefern, wie Solon Thanos von der Universität Münster ausführte.

Das Expertenmeeting machte deutlich, dass weltweit in der Entwicklung dieser Sehprothese deutliche Fortschritte gemacht wurden, und jetzt bereits erste Patienten in klinischen Studien mit Prototypen untersucht werden. Der internationale Vergleich machte aber auch deutlich, dass die deutschen Projekte, in denen Implantate auf oder unter die Netzthaut implantiert werden, konkurrenzfähig sind und in manchen Aspekten der Technologieentwicklung sogar weltweit führend sind. Die Entwicklung der Sehprothesen in Deutschland wurde von Beginn an von den Patientengruppen begleitet, was sich auch in der lebhaften Beteiligung von Betroffenen bei diesem Symposium wiederspiegelte. Dieser Aspekt wurde von den internationalen Gästen sehr gelobt.

Die deutschen Retina Implant Projekte und ihre Ansprechpartner:

EPI-RET

Prof. Dr. P. Walter

Univ.-Augenklinik Aachen

RWTH Aachen

Pauwelsstr. 30

52074 Aachen

 

IIP Technologies GmbH

Dr. R. Hornig

IIP Technologies

Niebuhrstr. 1a

53113 Bonn

 

SUB-RET

Prof. Dr. E. Zrenner

Univ.-Augenklinik Tübingen

Schleichstr. 14-16

72076 Tübingen

 

Nähere Einzelheiten zur Konferenz unter

 

Stiftung Retina Implant

c/o Helma Gusseck

Erlenweg 9

53227 Bonn  

 

Bilder zum Artificial Vision 2006 Symposium

 

Stiftung Retina Implant 

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