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Retina Implant Foundation Presse
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Meetings und Kongresse:
Pressemitteilung:
Licht am Ende des Tunnels.
Wissenschaftler aus vier Kontinenten diskutieren gemeinsam
mit Patienten über künstliche Netzhaut.
Erstmals in Deutschland fand am Samstag eine
Expertenkonferenz mit Beteiligung von führenden Wissenschaftlern aus den USA,
Japan, Australien, Deutschland, Belgien, Spanien und der Schweiz zum Thema „künstliches
Sehen“ statt. Organisiert wurde die Tagung von der Stiftung Retina Implant und
der Patientenorganisation Pro Retina. Die Experten diskutierten im Bonner
Wissenschaftszentrum unter Leitung von Professor Peter Walter, Augenklinik der
RWTH Aachen und Professor Frank Holz, Augenklinik der Universität Bonn,
gemeinsam mit betroffenen Patienten den gegenwärtigen Stand der Entwicklung
implantierbarer Sehprothesen für Menschen mit Erblindungen.
Bisher lassen sich bestimmte Formen von Erblindungen wie
die Retinitis pigmentosa oder fortgeschrittene Formen der Makuladegeneration
nicht behandeln. Die Patienten erblinden langsam. Eine mögliche Therapie
besteht im Ersatz der ausgefallenen Netzhaut durch elektronische Implantate, die
an der Netzhaut, am Sehnerven oder im Sehzentrum des Gehirns noch intakte
Nervenzellen elektrisch so reizen, dass eine Sehwahrnehmung ausgelöst werden
kann. In Deutschland entwickeln verschiedene Gruppen bereits seit 1995 mit
Unterstützung des Bundesforschungsministeriums eine derartige Netzhautprothese,
wobei bereits erste Erfahrungen bei Patienten gesammelt werden konnten. Diese
Untersuchungen zeigen, dass mit solchen Systemen tatsächlich Seheindrücke bei
Erblindeten wiederhergestellt werden können. In den USA laufen derartige
Projekte schon seit Beginn der 90er Jahre. Die bisher erzielten Ergebnisse der
in den USA führenden Gruppe um Robert Greenberg in Los Angeles sind mit den
deutschen Ergebnissen vergleichbar. Es gibt sogar Hinweise darauf, dass durch
die Leistungsfähigkeit des Gehirns möglicherweise bereits mit den ersten
Prototypen eine im Alltag nützliche Sehschärfe erreicht werden kann. Die
Gruppen in Japan und in Australien arbeiten an ähnlichen Ansätzen, die auch
bald an ersten Patienten getestet werden. In Belgien wird an einer Sehprothese
gearbeitet, die den Sehnerven direkt stimulieren soll. Zwei Patienten wurden
operiert und berichteten über Sehwahrnehmungen. Unter Leitung von Eduardo
Fernandez in Alicante, Spanien wurde in einem großen, von der EU geförderten
Projekt die Machbarkeit einer Prothese gezeigt, die direkt in das Sehzentrum im
Gehirn implantiert wird. Für beide Ansätze sind aber noch weitere
Grundlagenarbeiten zu leisten.
In Zukunft werden möglicherweise Kombinationen direkter
elektrischer Reizung von Nervenzellen mit Ansätzen zur Zellregeneration weitere
Perspektiven liefern, wie Solon Thanos von der Universität Münster ausführte.
Das Expertenmeeting machte deutlich, dass weltweit in der
Entwicklung dieser Sehprothese deutliche Fortschritte gemacht wurden, und jetzt
bereits erste Patienten in klinischen Studien mit Prototypen untersucht werden.
Der internationale Vergleich machte aber auch deutlich, dass die deutschen
Projekte, in denen Implantate auf oder unter die Netzthaut implantiert werden,
konkurrenzfähig sind und in manchen Aspekten der Technologieentwicklung sogar
weltweit führend sind. Die Entwicklung der Sehprothesen in Deutschland wurde
von Beginn an von den Patientengruppen begleitet, was sich auch in der lebhaften
Beteiligung von Betroffenen bei diesem Symposium wiederspiegelte. Dieser Aspekt
wurde von den internationalen Gästen sehr gelobt.
Die deutschen Retina Implant Projekte und ihre
Ansprechpartner:
EPI-RET
Prof. Dr. P. Walter
Univ.-Augenklinik Aachen
RWTH Aachen
Pauwelsstr. 30
52074 Aachen
IIP Technologies GmbH
Dr. R. Hornig
IIP Technologies
Niebuhrstr. 1a
53113 Bonn
SUB-RET
Prof. Dr. E. Zrenner
Univ.-Augenklinik Tübingen
Schleichstr. 14-16
72076 Tübingen
Nähere Einzelheiten zur Konferenz unter
Stiftung Retina Implant
c/o Helma Gusseck
Erlenweg 9
53227 Bonn
Bilder zum Artificial Vision 2006 Symposium
Stiftung Retina Implant